Digitalisierung in Afrika
Die Digitalisierung verändert die ganze Welt – natürlich auch Afrika. In Afrika spielt die Digitalisierung in der Entwicklung des Kontinents eine besondere Rolle. Denn Digitalisierung wirkt inklusiv. Durch geringe Kosten können viele Menschen an den neuen Technologien teilhaben, von Wissen, Kommunikation und…
Jeder Mensch soll Zugang zum Internet haben. Das ist eines der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) der UN, die sie bis 2030 erreichen will. Internet – das bedeutet in Afrika vor allem: mobiles Internet. Denn der Mobilfunkmarkt wächst am stärksten: 1998 gab es vier Millionen Mobiltelefone in Afrika. 2011 waren es mehr…
Wirtschaft ist der treibende Faktor für die Digitalisierung. Während der letzten 20 Jahre hat sich eine Mittelschicht gebildet, die erstmals konsumiert – die grundlegenden Bedürfnisse wie Nahrung, Schutz und Gemeinschaft sind gedeckt, es folgen Satellitenfernsehen, Mobiltelefone oder auch eine Ausbildung. Diese…
Von einer einzelnen afrikanischen Kultur zu sprechen ist schwer – der Kontinent ist vielfältig. Zahllose Kulturen existieren parallel. Selbst innerhalb einzelner Länder, wovon es 54 gibt, leben Volksstämme miteinander und jeder pflegt seine eigenen Traditionen, seine eigene Kultur. Wenn Du mehr über die…
Die Digitalisierung bietet ohne Frage Vorteile für die Menschen in Afrika: Apps führen zu mehr Bildung, einem besseren Marktzugang in der Landwirtschaft, sie ermöglichen den Zugang zu Banken und eine neue Form der Kommunikation zwischen entfernt lebenden Familien und Freunden. Aber: Diese Vorteile erreichen nicht…
In Afrika haben bislang nur etwa 28 Prozent der Bevölkerung Anschluss an das Internet. Mobilfunknetze gibt es auch meist nur in Städten. Es werden also viele Menschen vom Fortschritt ausgeklammert. Je länger sie nicht an den Entwicklungen teilhaben können, desto schwieriger wird es natürlich auch aufzuholen. Es droht…
Digitale Technologien können sich inklusiv auswirken. Das bedeutet, dass sie jene, die sie nutzen, stets mitnehmen können, ihnen aufgrund niedriger Einstiegshürden dabei helfen können, eine positive Entwicklung anzustoßen. Als Beispiel: Um zu programmieren braucht es nicht viel: Ein Laptop und Internet, ein wenig…
Digitalunternehmen aus Afrika? In Europa hält sich nach wie vor das Bild des armen, hilfsbedürftigen Kontinents. Diese Sicht räumen Unternehmen wie Safaricom, die das Handy-Bezahlsystem M-Pesa entwickelt haben, gründlich auf. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Afrika afrikanische Lösungen für…
Genau wie in anderen Teilen der Welt unterteilt sich die Wirtschaft in Afrika in verschiedene Sektoren: Landwirtschaft, Finanzwirtschaft, Rohstoffe, Medien, Gesundheit, Telekommunikation, Einzelhandel und Dienstleistungen. Der größte Unterschied zu anderen Kontinenten ist wohl, dass der informelle Sektor, also der…
Nollywood ist auf Platz zwei in der Filmindustrie. Direkt hinter Bollywood, direkt vor Hollywood. Die Filmindustrie ist inzwischen einer der größten Industriezweige Nigerias. Grund dafür: Das Bedürfnis an Unterhaltung kann nicht – wie etwa in Europa – durch teure Hollywood-Produktionen gestillt werden, die auch für…
Sieben afrikanische Länder waren auf der Biennale 2017 in Venedig mit Länder-Pavillons vertreten – von 55. Und das, obwohl die afrikanische Kunstszene äußerst aktiv ist. Also hat die African Art Fair in Paris eine eigene Veranstaltungsreihe gestartet: das African Art in Venice Forum. Besonders digitale Medien in der…
Afrika könnte ein Beispiel dafür werden, warum zunehmende Digitalisierung nicht gleich mehr Arbeitslosigkeit bedeutet. Junge Unternehmer, die oft im Ausland studiert haben, kommen zurück in ihre Heimat und entwickeln digitale Lösungen, die letztlich auch Arbeitsplätze schaffen sollen. Der Hauptsektor für die…
Die Digitalisierung birgt für Tradition und den reichen Geschichtsschatz zugleich Risiken wie auch viel Potential. Die Chancen liegen darin, dass es nun möglich ist, Traditionen, die in Vergessenheit zu geraten drohen, digital zumindest zu archivieren. Oder auch per App am Leben zu erhalten. Gefahren bestehen auf der…
Afrikas digitale Revolution beginnt der Legende nach in Südafrika, wo der britisch-südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth 1995 die Firma Thawte gründete, die sich auf Internetsicherheitszertifikate spezialisiert. Vier Jahre später wird Thawte für eine halbe Milliarde Dollar verkauft. Von Südafrika breitete sich…
Vor allem Belgien setzt sich in der Europäischen Union dafür ein, dass Digitalisierung im Fokus der Entwicklungspolitik steht — sowohl auf EU-Ebene als auch national. Die Argumentation: Internet und Technologie seien die Schlüssel zu den Zielen, die man mit Entwicklungshilfe ohnehin erreichen wolle, nämliche stabile…
Dass Daten digital zugänglich werden hat nicht nur Vorteile – es bedeutet selbstverständlich, dass sie in irgendeiner Form gespeichert werden. Während der Datenschutz in Europa bereits einen hohen Stellenwert hat, hält das Thema auf dem afrikanischen Kontinent noch nicht mit den technischen Entwicklungen Schritt. Die…
Für die Politik ist die Digitalisierung eine zweischneidige Sache. Einerseits ermöglicht sie im öffentlichen Sektor effizienter zu werden: Bürger erhalten einfacher Zugang zu öffentlichen Diensten, Arbeitsprozesse können effizienter gestaltet werden und Menschen können sich Gehör verschaffen. Einige Beispiel: Als…
In Ländern, in denen sich die Digitalwirtschaft erst noch entwickelt, ist das Hauptziel, zunächst einmal Zugang zu Technologie und Internet zu schaffen und parallel einen regulatorischen Rahmen aufzubauen, der einen gewinnbringenden Wettbewerb fördert. Auch wenn Regierungen die Entwicklung einer starken…
Verglichen mit den KINGS-Ländern hinkt Kamerun noch etwas hinterher — ist aber entschlossen aufzuholen. Die African Development Bank beschreibt in ihrem Jahresbericht 2016 wie optisches Faserkabel Kamerun zukünftig mit (besserem) Internet versorgen soll, um die Digitalwirtschaft anzukurbeln. Bis 2035 will Kamerun vom…
Kommt bald Regen? Was kann man gerade für ein Kilo Yams verlangen? Der Dienst Esoko unterstützt Landwirte, indem er per SMS über lokale Marktpreise informiert, Käufer und Verkäufer zusammenbringt und Wettervorhersagen bietet. Mit dieser Informationsgrundlage können die Bauern besser planen und selbstbestimmter am…
Das nächste Indien oder das nächste China – Nigeria hat große Pläne. Das bevölkerungsstärkste Land Afrikas habe die Menschen und das Unternehmertum, um es Indien gleichzutun, sagt Nasir Ahmad el-Rafai, Minister der Hauptstadt (Federal Capital Territory) in einem White Paper von Intel: "Wenn die Leute an technischen…
Die Elfenbeinküste verzeichnet derzeit eine der größten BIP-Wachstumsraten auf dem afrikanischen Kontinent: 8,4 Prozent. Investoren bestätigen der Regierung, dass sie auf dem richtigen Weg sind, indem sie Politik und Wirtschaft strikt getrennt halten, sodass Unternehmer — ungeachtet eines politischen Wechsels — ihren…
Die Entwicklung der Digitalwirtschaft in Südafrika ist eng verknüpft mit politischen Faktoren, so die Open Society Foundation: Die Regierung habe sich als Treiber der Digitalisierung positioniert, aber gleichzeitig die Verbreitung der Technologie verzögert. Parallel wolle man den Wettbewerb fördern, bevorteile dann…
Kenia, die Silicon Savannah, gilt als die stärkste Digitalwirtschaft Afrikas — nicht zuletzt wegen der Verbindlichkeit der Regierung, den Digitalsektor zu fördern. Das — zusammen mit findigem Unternehmertum — brachte Innovationen hervor, die sich von Kenia aus in Afrika und in der Welt verbreiteten. M-Pesa hat als…
Demokratie setzt stark auf Mitwirkung des Einzelnen. Durch die Digitalisierung eröffnen sich immer neue Möglichkeiten mitzuwirken. Trotzdem stagniert in westeuropäischen Ländern die politische Beteiligung. In afrikanischen Ländern haben Entwicklungen wie das Internet noch größeres Potenzial: Hier sind politische…
Afrika löst seine Probleme mit afrikanischen Lösungen – so das Credo aller, die sich entwicklungspolitisch mit unserem südlichen Nachbarn beschäftigen. Der Gründer des Afrika-Rats, Moctar Kamara, meint, dass die Entwicklungshilfe der letzten Jahrzehnte gescheitert. Der deutsche Bundesminister für wirtschaftliche…
Langsame oder auch keine Internetverbindung, unzuverlässige Stromversorgung, Unwissenheit im Umgang mit Smartphones oder Computern, Arbeitslosigkeit, wenig Marktdaten, ein Mangel an Risikokapital, geringe Bildung, autokratische Regierungen, hohe Korruption, schlechter Marktzugang – die Herausforderungen in Afrika sind…
Fehlende Straßen, Brücken, Strom- sowie Telefonnetze, kleine See- und Flughäfen. Insbesondere Firmen aus China, haben diese Mängel als Chance erkannt und bauen die Infrastruktur. Vor allem in Ostafrika werden große Bauprojekte durchgeführt, bei denen auch gleich die „Seiteninfrastruktur“, wie etwa Kanalisation…
Ausprobieren, machen, Risiken eingehen. In Afrika herrscht viel mehr der Gedanke vor, etwas einfach zu tun. Es gibt kaum lange Bewertungsprozesse, Marktanalysen oder Risikoabschätzungen – wenn ein Projekt intuitiv Erfolg versprechend aussieht, dann wird es oft auch schnell angestoßen. Dass nicht jedes Projekt auch…
Afrika ist von kleinen Unternehmen geprägt. Etwa 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ist in einem kleinen oder mittleren Unternehmen beschäftigt. Insbesondere in der Landwirtschaft arbeiten 60 Prozent der Bevölkerung – häufig noch auf den eigenen Feldern. Der Informelle Sektor, also der ohne staatliche Aufsicht…
Die größten Konzerne in Afrika sind Erdöl- und Minengesellschaften, doch auch Telekommunikationsfirmen tauchen unter den Top 500 in Afrika auf. Mit Platz 4 ist die MTN Group (ein Telekommunikationsunternehmen) aus Südafrika sogar ziemlich weit oben auf der Liste. Kritik an den Konzernen taucht regelmäßig auf – ihnen…
Make it or break it – das Motto von Start-ups ist weltweit gleich. Doch in Afrika sind die Bandagen nochmals härter. Kein soziales Netzwerk, ein schwerer Zugang zu Investitionskapital, wenig Infrastruktur – eigentlich kein gute Ausgangsbasis. Doch die afrikanischen Unternehmer nutzen dies zu ihren Vorteilen – sie…
So divers wie Afrika als Kontinent ist, so unterschiedlich sind auch die Wettbewerbssituationen der Firmen untereinander. Insbesondere in Staaten, die autokratisch geprägt sind, gibt es Monopole. Wettbewerber sind unerwünscht. Das trifft auf die Rohstoffkonzerne genauso zu wie auf Telekommunikationsanbieter. Nur wer…
Die Entwicklung in Afrika soll laut der Organisation Smart Africa und den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen nach nachhaltig sein: in Bezug auf die Umwelt, die wirtschaftliche Entwicklung und die Akzeptanz bei den Menschen. Das ist natürlich eine große Herausforderung angesichts des Rohstoffreichtums…
In Afrika bleiben nach Schätzungen etwa 60 Prozent der Ackerflächen ungenutzt. Ein enormes Potenzial, das vor allem auch den hungernden Bewohnern Afrikas zugute kommen könnte – im Durchschnitt hungert jeder vierte Afrikaner. Die Digitalisierung kann in der Landwirtschaft große, positive Veränderungen anstoßen. Dies…
In den Böden Afrikas lagern riesige Rohstoffvorkommen. Erdöl, Gold, Kobalt und auch Diamanten. In der Vergangenheit haben die lokalen Bevölkerungen nicht in vollem Maße vom Abbau profitiert. Das Anzapfen von Pipelines, die akribische Kontrolle von Diamantenminenarbeitern sind Beispiele dafür, wie die…
Lokale Märkte mit Einzelhandelsläden profitieren von der neuen Kaufkraft der Afrikaner. 2012 wurden bereits 1,2 Billionen Dollar ausgegeben. Schätzungen von McKinsey zufolge konnten bis 2015 etwa 10 Prozent über digitale Marktplätze umgesetzt werden, was 75 Milliarden Dollar entspricht. Ein offensichtlich großer…
Um die Zukunft des Zahlungsverkehrs zu sehen, muss man nach Afrika – denn dort haben sich die ersten bargeldlosen Zahlungssysteme entwickelt und durchgesetzt. In Afrika hat längst nicht jeder ein Bankkonto. Daher haben sich Alternativen entwickelt – die prominenteste ist wohl M-Pesa von Safaricom in Kenia. Das Handy…
Im Gesundheitsbereich ergeben sich durch E-Health neue Möglichkeiten. So haben etwa ländliche Gegenden, die zuvor keinen oder nur sporadischen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem hatten, durch Mobiltelefone und Services, die darüber ausgespielt werden, erstmals von durchgehender, professioneller…
Ein europäischer, ein amerikanischer und ein afrikanischer Archäologe sitzen in einer Bar und reden über die Fortschrittlichkeit ihrer Kontinente. Der Europäer meint: “Wir haben letztens in 2 Meter Tiefe Kupferkabel gefunden. Sie sind der Beweis dafür, dass wir schon vor 200 Jahren ein Telefonnetz hatten.” Der…
Jedes afrikanische Land hat seine eigenen Medien – Zeitungen, TV-Sender, Radiostationen. Und seitdem immer mehr Menschen auch in Afrika online sind, sind auch immer mehr Medienangebote online zu erreichen. So wird etwa iRokoTV aus Nigeria als Afrikas Netflix bezeichnet. Zahlreiche Blogger, viele Vlogs und in den…
Im Frühjahr 2017 hatte in Afrika beinahe jeder Dritte Zugang zum Internet und somit zu Online-Medien. In den 2020er Jahren werden es vermutlich schon 50 Prozent der Bevölkerung sein. So die Statistiken von We are Social, einer Agentur für Kommunikation in digitalen Medien. Sieben der Länder, deren Internetversorgung…
Neben lustigen und unterhaltsamen Inhalten, tummelt sich auf Twitter vor allem Politisches. So etwa seit 2015 mit #147NotJustANumber, einem Hashtag, der an die 148 Student*innen erinnern und ihnen ein Gesicht geben sollte, die während eines Anschlags der Al-Shabaab am Garissa University College in Kenia getötet…
Im Juni 2015 eröffnete Facebook das erste Büro in Afrika in Johannesburg. 20 Millionen aktive Nutzer hatte die Plattform zu diesem Zeitpunkt pro Monat in Nigeria und Kenia, zwölf Millionen in Südafrika. Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten sozialen Medien in Afrika. Im April 2017 hatte es rund 120 Million…
Auch für die traditionellen Medien brachte die Digitalisierung viele Veränderungen. Neben Live-Berichterstattung über soziale Medien ist besonders der anwaltschaftliche Journalismus weiter in die Medienbranche vorgedrungen. Ihn brachten vor allen Dingen Blogger und Bürger-Journalisten in die Gesellschaft, um…
In Afrika gibt es zwei große Streamingdienste: iROKOtv aus Nigeria und Nesper aus Südafrika – neben Netflix, das im Frühjahr 2016 dazu kam. Beide setzen darauf, lokale Inhalte und Produktionen zu zeigen und haben damit Erfolg. 2010 gründete der britisch-nigerianische Unternehmer Jason Njoku iROKOtv, das lange Zeit als…
Der Gaming-Sektor in Afrika boomt – besonders in Südafrika, besonders in der Indie-Szene. Dort müssen die Entwickler nicht so sehr darauf achten, was die großen Firmen machen, sondern kann seine eigenen Ideen umsetzen und seine eigenen Geschichten erzählen. Bei der dritten jährlichen Industry Survey 2016 stellte sich…
Die Nutzung von Mobiltelefonen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Für Millionen Afrikaner öffnet sich dadurch ein neuer Teil der Gesellschaft: Sie können über weite Entfernungen mit Familie und Freunden kommunizieren, Geld überweisen ohne ein Bankkonto zu haben, sich informieren. Ein großer Teil der…
30 Millionen afrikanische Kinder im Grundschulalter gehen laut UNESCO nicht zur Schule, 153 Millionen der Afrikaner können weder lesen noch schreiben. Zwei Drittel der Analphabeten sind Frauen. Mobiltelefone und Lern-Apps sollen diese Bildungslücke schließen. Die kenianische Plattform Eneza zum Beispiel bietet Kurse…
In Europa setzen wir die Digitalisierung mit Computern, Smartphones und Internet gleich. In Afrika ist das zwar grundsätzlich genauso, fängt jedoch schon einen Schritt vorher an, bei Handys und der erstmaligen Erfassung von Daten mit Rechnern. Denn eines muss Technik für Verbraucher sein: günstig. Das sind Handys für…
Kobalt, Zinn, Tantal, Wolfram und Gold – ohne diese fünf Schlüsselmetalle funktionieren Mobiltelefone und Smartphones nicht. Sie stecken in den Akkus, den Platinen, im Kondensator. Die Förderung der Metalle belastet die Umwelt: Weil die Seltenen Erden nur in winzigen Konzentrationen vorkommen, müssen für wenig Gramm…
In den Religionen der Yoruba, wie etwa Ifa, existiert kein Schicksal. Nur eigene Entscheidungen. Aber wie trifft man diese? Zum Beispiel durch Divination, die Kunst aus Zeichen zu lesen, was die Zukunft bringen könnte und was die Orishas, die Gottheiten, raten. Der Gläubige geht dafür zu einem Priester. Der Priester…
Oft war Missionierung eine der Komponenten der Kolonialisierung. Es ging darum, die “verlorenen Seelen” zu „retten“, aber auch das Andere, das fremde Wesen, zu “zivilisieren”. Dabei entstanden auch Aufzeichnungen wie von Carl Hoffmann, der in Südafrika missionierte und gleichzeitig Ethnograph war. Er sammelte die…
Während in Europa die Zahl der Gläubigen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist, ist für viele Menschen in Afrika ihre Religion weiterhin wichtiger Aspekt des Alltags. Dabei handelt es sich um zahlreiche unterschiedliche Kulturen, die manche Menschen auch gleichzeitig praktizieren. Natürlich halten die…
Für die Sprach-, Geschichts- und Kulturwissenschaften bietet die Digitalisierung in Afrika enorme Vorteile. Sie haben die Möglichkeit kulturelle Schätze zu bewahren, die durch unterschiedliche Faktoren bedroht werden, ebenso wie gegen Versäumnisse früherer Zeiten vorzugehen. So entstehen Online-Archive. Sie sammeln…
Viele Kulturen Afrikas verfügten lange Zeit über keine Schrift und dementsprechend auch nicht über die Tradition der Geschichtsschreibung. Dennoch wurden Geschichte und Geschichten weitergegeben – mündlich. Diese Art der Wissensvermittlung nennt sich Orale Tradition oder Oratur. Sie ist auch jetzt noch fester…
Die Blogger Afrikas arbeiten zu unterschiedlichen Themen, auf unterschiedliche Weisen. Von Politik über Kindererziehung bis hin zu Style-Guides ist alles vertreten. Wie weit es dabei auseinander geht zeigen die zwei Preisträger des African Blogger Awards 2016: Während The Threaded Man Modetipps gibt, versucht Africa…
Einige Wissenschaftler und Bürger fürchten, dass Digitalisierung das Geschichtenerzählen verdrängen oder folklorisieren könnte. Alte Arten der Oratur werden im Internet nicht so häufig dargestellt wie neue. Außerdem kann man sich Podcasts, die zum Beispiel alte Märchen erzählen, alleine anhören, statt in Gesellschaft…
Die Digitalisierung erlaubt Historikern, die Erzählungen nicht mehr nur aufzuzeichnen, sondern auch, sie weltweit in der Wissenschaftsgemeinde zu teilen und allen zugänglich zu machen. Das ist besonders deswegen ein wichtiger Schritt, weil vielen – um nicht zu sagen den meisten – Kulturen Afrikas in der Vergangenheit…
Einige Philosophen, Kulturhistoriker und Literaturwissenschaftler sehen die Digitalisierung als Chance der Oratur. Manche von ihnen sind der Meinung, dass das Internet dem Genre seine ursprüngliche Form und Funktion wieder näher bringen könnte: Das freie, ungebundene, nicht von Strukturen und Machtverhältnissen…
2012 zerstörte die Tuareg Rebellengruppe Ansar Dine einige der wichtigsten kulturellen Erbe Westafrikas: die Mausoleen in Timbuktu. Über 40.000 Schriftstücke gingen dabei für immer verloren. Schriftstücke aus einer der ältesten Universitäten der Welt. Der Gedanke von Kulturterrorismus ist einfach: Wenn ich einer…
Das Internet bietet unendlich viele Möglichkeiten, Daten miteinander zu tauschen. In Angola nimmt das seit einigen Jahren besonders interessante Züge an. Seit 2014 hat Wikimedia eine Partnerschaft mit dem angolanischen Telekom-Anbieter Unitel. Angolanische User können über Wikipedia Zero auf die portugiesische Seite…
Eine besondere Rolle in der afrikanischen Blogger-Szene nimmt Lina Ben Mhenni ein. Die 33-jährige Tunesierin startete bereits 2007 ihren ersten Blog, später wurde Tunisian Girl zu einem der wichtigsten Medien der Arabischen Revolution. Darin schrieb sie bereits damals unter Klarnamen und mit Foto über Meinungsfreiheit…
Im Freundeskreis der Radiomoderatorin Ifeanyi Awachie brach der Podcast-Hype aus – die meisten der Sendungen wurden von weißen Männern produziert. Awachie abonnierte sie und scheiterte daran, sie sich wirklich anzuhören. "Es hat sich wie Arbeit angefühlt", schreibt sie in einem Artikel auf Okay Africa. “Ich habe…
Mit YouTube startete auch in Afrika der große Hype ums Vloggen. Hier ein paar Beispiele: The Only Way is Ghana: Vloggerin Lorissa Akua baut sich ihr eigenes Geschäft als Immobilienhändlerin in Accra auf und erzählt von ihren Erfolgen und Misserfolgen. Sie besucht ihren Onkel und nimmt ihre Zuschauer mit auf eine…
“Wachmänner bei Nacht, HipHop Heads bei Tag. Das ist die Geschichte von vier Gentlemen, die sich selbst Kabangu nennen. Eine Gruppe echter HipHop Heads aus den 80ern, die aufstrebende junge Talente unterrichten. Sie lehren ihnen Werte wie Frieden, Gleichheit, Wohlstand und soziale Gerechtigkeit.“ Das sind die HipHop…
Die Online-Ausstellung auf African Digital Art gilt als wegweisendes und bahnbrechendes Beispiel der digitalen Kunst aus Afrika und der afrikanischen Diaspora. Die Gründerin Jepchumba, selbst eine Digital-Künstlerin, erhielt mehrere Preise und Stipendien, wie etwa von Creative Disturbance. Das Forbes Magazine listete…
Das Wits Art Museum in Johannesburg besitzt eine große Menge afrikanischer Masken aus unterschiedlichen Kulturen. Aber es ist schwierig, sie richtig auszustellen, da sie kulturell festen Regeln und Funktionen unterliegen. Hilfe bekam das WAM für die Ausstellung Activate/Captivate von Studenten der Digital Arts. Sie…
Einer der aufstrebendsten Online-Künstler ist Bogosi Sekhukhuni aus Johannesburg. Er hat mit Digital-Installationen weltweit für Aufsehen gesorgt, wie etwa VIRUS SS 16, seinem Beitrag zum Ebola-Ausbruch 2014. Bisher wurden seine Werke daher nicht nur in Südafrika ausgestellt, sondern unter anderem auch im Centre…
"Do not fear the past. It is painful but it is real Blood was spilt and people died but love and unity had survived. Learn the tongue of your ancestors Reconnect with the roots of your blood Find the knowledge That was stolen Find the life that was robbed from us. Do not fear the past. Embrace it" Ausschnitt aus "Do…
2013 wurden Smartphones in Nigeria erschwinglich für die Mittelschicht. In diesem Jahr entwickelte Elizabeth Kperrun-Eremie eine App, die im ganzen Land, aber auch in anderen Gegenden Afrikas große Erfolge feiern würde. Sie sah eine kulturelle und wirtschaftliche Lücke: Zwar schauten Kinder immer mehr fern, aber in…
Auch die nigerianische Szene hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Allen voran das Studio Chopup, das Spiele für Smartphone entwickelt. Dabei orientieren sie sich an den Spielgewohnheiten und Erfahrungen der Bevölkerung. Zubair Abubakar, einer der Entwickler sagt: “Seit Jahren erzählen wir unsere…
"Muss das alles sein?", fragen Kommentatoren unter den Let's Play Videos. Bei Genital Jousting steuern die Spieler bunte Penisse und versuchen andere Spieler zu penetrieren und penetriert zu werden. Wer möchte, kann seinem Penis auch schöne Outfits und Schleifchen anziehen. Nebenbei läuft lieblich-lustige Musik, die…
Auch Naturschützer und Tourismusmanager haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten erkannt, die digitale Techniken ihnen geben können, besonders die visuellen. Es kommen Livestreams und Drohnen zum Einsatz, um Tierwanderungen zu verfolgen und Wilderern habhaft zu werden. Manche der Ideen funktionieren, andere…
Eine Millionen Gnus, 500.000 Gazellen, 200.000 Zebras – die “Great Migration” ist die größte Tierwanderung der Welt. Es geht vom Serengetipark in Tansania zum Maasai Mara Reservat in Kenia und wieder zurück. Das Ziel der Tiere: Wasser und Weideland. Doch nur wenige Menschen können es sich vor Ort ansehen…
Drohnen mit Thermalkameras überfliegen den Liwonde Nationalpark in Malawi. Es ist Nacht, doch die Drohne findet, wonach sie sucht: Wilderer. Das groß angelegte Experiment wurde vom World Wildlife Fund und Google finanziert, nachdem die Nationalpark-Verwaltung Malawis im August 2015 um Hilfe bat. Und trotzdem gab es…
Ein kompletter Film nur mit dem Handy gedreht? Das geht in Kenia. 2015 erschien Jongo Love, eine Liebesgeschichte, die gleichzeitig auch Thriller ist. Darin geht es um ein Mädchen, das von ihrer Mutter in die Prostitution verkauft wird, jedoch flieht und dabei ein Handy stiehlt. Kompliziert daran: Auf dem Handy…
Ein kleiner Schatz ist Afropop Worldwide. Der Podcast wurde 1988 als Radiosendung ins Leben gerufen und hat seitdem schon einige Preise gewonnen. Er berichtet in langen Features über Musik in Afrika und der afrikanischen Diaspora – und ist dabei immer vor Ort. Ob widerspenstiger, freiheitsliebender HipHop in Kano…
ATRU – African Tech Round-Up wird in Johannesburg produziert. Jede Woche reden Andile Masuku und Tefo Mohapi über die neuesten Entwicklungen im Tech-Bereich und sprechen mit Experten. Accra We Dey berichtet über junge Kultur und Leben in der Hauptstadt Ghanas, auch wenn manchmal lange Pausen zwischen den einzelnen…
Die Podcast-Landschaft ist auch in Afrika in Bezug auf Start-ups, Technologie und damit Digitalisierung reich bestückt. Viele Radiosender veröffentlichen regelmäßig neue Folgen, welche professionell von Medienteams erstellt werden. Es überwiegen Interviews mit erfolgreichen Unternehmern aus der Start-up-Szene, es…
Neue Medien eröffnen neue Wege der Kommunikation – auch für den Vatikan. Der beschloss deswegen 2009 in der II. Special Assembly for Africa eine neue Strategie, um den katholischen Glauben noch weiter zu verbreiten. Dabei ging es vor allen Dingen um die sogenannte Exhortation, die Ermahnung an alle Menschen, nur…
Mehr als die Hälfte aller Ghanaer sagen, dass sie regelmäßig in die Kirche gehen. Immer mehr von ihnen haben die App Asoriba auf ihrem Smartphone. Über 50.000 Menschen waren es bereits im November 2016. “Du kannst sonstwo sein und bist trotzdem noch im Gottesdienst”, sagt eine Nutzerin. 2016 wurde Asoriba als bestes…
Im März 2017 wurde ein Video auf Youtube veröffentlicht, das in nur zwei Monaten über 100.000 Views erreichte. Zu sehen: ein lebhaftes Telefonat mit Gott. Geführt hat es Pastor Paul Sanyangore von der Victory World International Ministries Church in Simbabwe. Vor ihm kniet eine Frau, der er Fragen stellt, die Gott ihm…
Lotte und Obinna sind Start-up-Unternehmer aus Lagos, Nigeria. Sie haben NESA by makers gegründet, ein Bildungsstart-up, das Programmierkenntnisse lehrt und die entsprechenden Aufträge vermittelt. Beiträge mit Lotte und Obinna • Über ihr Start-up • Start-ups im Bildungsbereich • Die Ideenfindung • Die Nachfrage nach…
Als CEO und Gründer von Oasis WebSoft steht Raindolf Owusu für freie Open-Source-Software und die feste Überzeugung, dass sich Gesellschaften mit der Hilfe von Software und Technologie positiv entwickeln können. Interviewbeiträge mit Raindolf Owusu: Raindolf Snippet 6 Raindolf Snippet 11 Weitere Beiträge mit Raindolf…
Hamadoun Touré ist Executive Director von Smart Africa, einer Organisation, die als Schnittstelle zwischen afrikanischen Staaten, der ITU, der Afrikanischen Union, der Weltbank sowie dem privatwirtschaftlichen Sektor eingesetzt wurde, um die Digitalisierung voran zu bringen. Interviewbeiträge von Hamadoun Touré: Toure…
In Ghanas Hauptstadt Accra entwickelt sich eine der größten Müllhalden für Elektroschrott. Am Tiefseehafen Tema kommen monatlich 300 Container mit ausrangierten Elektrogeräten aus den USA und Europa an. 2014 produzierte alleine Deutschland 1,75 Millionen Tonnen Elektroschrott. In vielen Industrieländern ist das…
Max Bankole Jarrett ist Geschäftsführer des Africa Progress Panel in Genf. Das Panel, was aus Berühmtheiten wie Kofi Annan oder Bob Geldorf besteht, setzt sich nicht aktiv für Digitalisierung ein. Digitalisierung ist das Herzstück, sagt Jarrett, auf das sie mit Projekten zu Energie oder Finanzierung hinarbeiten…
Lexi Novitske ist Projektleiterin für Investments (Principal Investment Officer) in Nigeria bei dem US-amerikanischen Unternehmen Singularity Investments. Zurzeit ist sie beim Kauffman-Fellowship für Risikokapitalanleger in San Francisco. Im Interview mit Der Kontext verrät sie, was für Investoren an der jungen…
Andreas Sieren über die positiven Entwicklungen der letzten Jahre und anstehende Herausforderungen.
Aus Mangel an Infrastruktur setzen viele Afrikaner in ländlichen Gebieten auf Solarstrom.
Interview mit Michael Pittelkow über die Rolle westlicher Konzerne bei der Entwicklung von Afrika.
Nicht alle Afrikaner sind bei der digitalen Revolution mit dabei. Wer auf dem Land wohnt, ist abgehängt, weil die Infrastruktur fehlt. Regierungen schalten das Internet ab, wenn ihnen ein Verhalten nicht passt. Und verhaften diejenigen, die die Freiheit des Internets nutzen wollen.
Kenneth Amaeshi forscht zum Thema Africapitalism, einer Bewegung, die darauf ausgerichtet ist, dass sich Afrika durch die eigene Wirtschaftsleistung weiterentwickelt.
Durch die Digitalisierung ergeben sich zahlreiche neue Möglichkeiten, die sich für die gesamte Bevölkerung in Afrika aufzeigen.